1991-2000

Die Lettenbrunnenhütte liegt in Schutt und Asche

Am 7. Februar 1991 ereignete sich für die Ortsgruppe Pforzheim das Unfassbare: durch Brandstiftung brannte die Lettenbrunnenhütte bis auf die Grundmauern nieder. Jens Kück, 1. Vorsitzender erinnert sich:

"Dies war einer der schwärzesten Tage in meinem Leben. Mit einem Schlag waren nicht nur die finanziellen und ideellen Werte vernichtet, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die unter Schwielen, Blut, Tränen und Freizeit aufopferungsvoll geleistet wurden - das ist grauenvoll. Ich scheue mich nicht zu sagen, dass ich an dem Tag zusammen mit vielen anderen Vorstandsmitgliedern vor der Hütte stand und geweint habe.

Am gleichen Abend haben wir eine außerordentliche Konferenz einberufen. Über dreißig Mitglieder waren anwesend und nach kurzer heftiger Diskussion wurde einstimmig der Entschluss gefasst, jetzt erst recht die Hütte wieder aufzubauen. Der gesamte Vorstand entschloss sich, noch einmal seine volle Kraft für zwei weitere Jahre zu Verfügung zu stellen und die Lettenbrunnenhütte bis zur Pforzheimer Landesgartenschau fertig zu stellen."


Im April 1991 reichte Jens Kück den Bauantrag zum Wiederaufbau der Lettenbrunnenhütte bei der Stadtverwaltung ein. Äußerlich sollte der Neubau wie vorher aussehen. Im Innern hatte man eine Reihe von technischen Verbesserungen auf Grund der Erfahrungen der ehrenamtlich tätigen Hüttendienste vorgenommen. So wurde z.B. vom Hof aus ein Eingang in den Keller vorgesehen und damit die Vorratshaltung vereinfacht. Ein Lastenaufzug vom Keller in den Küchenbereich wurde zur Erleichterung des Hüttendienstes eingeplant. Unter dem Gastraum wurde ein neuer Raum vorgesehen. Durch Einbau eines Kniestockes wurde die Decke des Schlafraums im Dachbereich erhöht. Das Hüttenwartszimmer wurde mit einer Dusch- und Waschgelegenheit ausgestattet und die Wäschekammer vergrößert.

Ab Mitte Mai 1992 nahm die neue Hütte wieder ihren Betrieb auf Am 28. Juni 1992 fand die offizielle Einweihungsfeier statt.


1991 wurde ein Kirschbaum im Landesgartenschau-Gelände gepflanzt.


Im Oktober 1991 wurde eine Stippvisite nach München durchgeführt, u.a. wurden die Bavaria Filmstudios besucht. Ursprünglich war diese Fahrt als Jubiläumsfahrt zum 80jährigen Bestehen der Ortsgruppe mit kräftigem Zuschuss aus der Vereinskasse geplant gewesen. Aber aufgrund des Brandes auf der Lettenbrunnenhütte war dies nicht mehr möglich. Der Ausflug wurde aber trotzdem als Tagesfahrt durchgeführt.

Auf einem Wanderwochenende im Herbst 1991 im lothringischen Sturzelbronn wurden neben den Wanderungen auch Diskussionen über den zunehmenden Rechtsradikalismus geführt. Dies führte zum "Sturzelbronner Appell", den die meisten Teilnehmer der Wanderfreizeit unterstützten und unterzeichneten. In ihm wurden die aufkommenden rechtsradikalen und -extreme Gewalttaten verurteilt und jeder Einzelne und die Gesellschaft zum aktiven Handeln gegen die Täter und ihre Sympathisanten aufgefordert

Weiterer Höhepunkt im Jahr 1992 war die Teilnahme der Ortsgruppe an der Landesgartenschau Pforzheim, u.a. zeigte im Juli die Fotogruppe eine Ausstellung unter dem Motto "Wir sind Gäste dieser Welt" im Naturschutzpavillon. Hierbei fand die Fotomontage "Tatort Müll - 5000 Kubikmeter Müll pro Woche in Pforzheim, Marktplatz vor dem Rathaus ca. 1 Meter mit Müll bedeckt" besondere Beachtung.
Im Oktober beging die Tanzgruppe auf der Lettenbrunnenhütte ihr 20- jähriges Bestehen. Neben Tanzvorführungen wurden gemeinsame Erinnerungen der ehemaligen und aktiven Volkstänzer/innen aufgefrischt.

Im Jahr 1993 ging eine Delegation der Pforzheimer Naturfreunde zum OB Dr. J. Becker und überreichte über 500 Unterschriften und einen Fahrplan für die ganzjährige Busführung der Linie 5 bis zum Seehaus die, die öffentliche Anbindung an die Lettenbrunnenhütte ist.


Im Juni organisierte die Gruppe "Junge Familie" erstmalig ein Kinderfest auf der Lettenbrunnenhütte unter dem Motto "Wir sind Kinder einer Welt. Unter anderem erwartete die Kinder ein Theaterstück, Feuerschlucker, der Märchenerzähler Jens, Spiele mit dem Fallschirm, Clownerie, Riesenseifenblasen, div. Bastelangebote und ein brodelnder Zaubertrunk. Die Veranstaltung erfreute sich großen Zuspruchs.

Die Jahresabschlussfeier der Ortsgruppe fand im Jahr 1993 in einem neuen Rahmen statt. Durch ein zeitliches Vorverlegen wurde die Veranstaltung mit einer Weihnachtsfeier speziell für die Kinder gekoppelt, um so auch Familien die Gelegenheit zu geben an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Jugendgruppe nahm 1994 an einem von den Stadtwerken und dem Pforzheimer Kurie ausgeschriebenen Umweltwettbewerb teil und gelangte unter die ersten zehn Preisträger. Prämiert wurde die Anlage des umweltgerechten Volleyballplatzes bei der Lettenbrunnenhütte.

Im Juli wurde erstmals in Zusammenarbeit mit dem Pforzheimer Kurier ein Wandertag zur Lettenbrunnenhütte organisiert. Dabei wurden drei Wanderungen nach den von Kurt Reuter ausgearbeiteten Wander- Faltblättern geführt. Den Abschluss bildete ein Fest auf der Hütte mit einem bunten Kinderprogramm- Aufgrund des großen Zuspruchs soll dieses Angebot zukünftig jährlich wiederholt werden.

Die "alte" Jugendgruppe nennt sich seit Anfang des Jahres "Junge Naturfreunde", um dem fortgeschrittenen Alter der Gruppenmitglieder Rechnung zu tragen. Die Initiative zur Neugründung einer Jugendgruppe mit Jugendlichen der ehemaligen Kindergruppe scheiterte mangels Teilnehmerzahl. Überall Klagen über fehlenden Gruppenzuwachs - außer bei den Senioren. Nach über 20 jährigem Bestehen löst sich die Tanzgruppe der Ortsgruppe in aller Stille auf.


Als Auftaktveranstaltung der Ortsgruppe Pforzheim zum 100jährigen Naturfreundejubiläum fanden im Herbst 1994 die ersten Pflanzaktionen statt. Im Rahmen der europaweiten 100 000 Bäume Aktion haben die Mitglieder der Ortsgruppe Pforzheim beschlossen, pro Mitglied einen Baum in Pforzheim zu pflanzen. Begonnen wurde im Oktober mit der Pflanzung einer 2 m großen Winterlinde an der Lettenbrunnenhütte. Im November wurde zusammen mit dem staatlichen Forstamt eine vom Sturm "Wiebke" geschädigte Fläche nahe der Lettenbrunnenhütte mit Laubbäumen (Eschen, Bergahorn, Kirschen) aufgeforstet. Mitte Dezember wurden zwei Kaiserlinden in der Innenstadt von Pforzheim (Nähe Stadthalle) gesetzt.

Viel Prominenz zeigte sich bei der anschließenden Bepflanzung der vom Sturm "Wiebke" geschädigten Fläche. So waren beispielsweise die Regierungspräsidentin G. Hämmerle, die Bürgermeister Kling und Wittwer sowie weitere Bürgermeister von Gemeinden aus dem Enzkreis, die Bundestagsabgeordnete U. Vogt, der Naturschutzbeauftragte der Stadt Pforzheim Dr. M. Thiernes sowie Ortsgruppenvorsitzende des Landesverbandes Baden zu Gast. Zur Erinnerung an die Aktion wurde vom Forst eine Erinnerungstafel aufgestellt. Insgesamt wurden 555 Bäume (pro Mitglied Einer) gepflanzt. Als weitere Veranstaltung im Jubiläumsjahr findet im Juli eine Kulturveranstaltung im Osterfeld unter dem Motto "...und sie dreht sich noch!" statt. Dabei sind der Jugendmusizierkreis der Naturfreunde Jöhlingen sowie die Gruppe Bühnenstich mit einer Revue gegen Umweltzerstörung, Hass und Gleichgültigkeit.

1995 Auflösung der Gruppe Junge Familie und Neugründung des Umweltreferat.

2 Laubbäume wurden in Beer-Schewa (Israel) gepflanzt.

1998 kam durch anwerben eine neue Jugendgruppe, "die Abräumer", hinzu. Die alte Jugendgruppe (Junge Naturfreunde) gründete auf der Osterfreizeit nach langer heißer Diskussion eine neue Gruppe: Die "Gruppe 98".

Anfang 2000 kamen gleich drei neue Fachgruppen hinzu. Aus den Stammtischbrüdern unter der Leitung von Hans-Jürgen Reuter die Rad- und Skigruppe. Eine neue Kindergruppe genannt "die Füchse" unter der Leitung von Annette Michaelis und im gleichen Jahr tat sich aus der Seniorengruppe eine Frauengruppe hervor.

Im Benckiser Park wurde im Jahr 2000 zum Anlaß des 90-jährigen der Ortsgruppe eine Sumpfzypresse gepflanzt.
Im Herbst 2000 beschloss man ein gemeinsames Landestreffen 2002 mit den Württembergern und Badener am 14.07.2002 in Pforzheim zu feiern.