Sonstiges & Wissenswertes

 

Ehrenvorsitzender Jens ging in die Luft - und nahm seine Geerten mit

 

Endlich kam ein Termin mit der Ballon-Sportgruppe Jan Gloß und Familie aus Kieselbronn zustande. Wetter hin und her; Termine finden. Tja, die Rentner haben immer viel um die Ohren.

 

Die lang ersehnte Ballonfahrt konnte starten. Mei, war das ein aufwendiges Spektakel.

Treff in Kieselbronn, Luftballon aufsteigen lassen, um die Windrichtung in der Höhe heraus zu finden. Dann entscheiden, welcher Startplatz angefahren werden soll. Und ab geht’s im geräumigen Wagen zu sechst. Im Anhänger liegt der zusammengefaltete Ballon.

„Sie haben eine exklusive Fahrt“, eröffnet uns Jan Gloß, der Chef.“ Ich werde sie selbst fahren. Die andern verfolgen uns am Boden mit dem Auto bis zur Landung.“

 

Auf einem abgeernteten Feld wird der Anhänger abgekoppelt, Ballon auf den Boden gelegt, Windmaschine angeschaltet – und ein riesiger bunter Ballon entfaltet sich vor uns.

Höhenmessgerät, Gegensprechanlage, die Geräte, um Gas in den Ballon strömen zu lassen.

„Jetzt müssen sie reinspringen, aber ohne sich oben festzuhalten, und dann der andere gleich hinterher“. Ehe wir uns umdrehen – steigt der Ballon schon zügig hoch. Absolute Ruhe um uns herum. Eher zögerlich bewegen und drehen wir uns. Rasch gewinnen wir an Höhe. Immer wieder das Zischen des einströmenden Gases. Toll – dieses Gefühl des Schwebens. Einsamkeit, Stille, klares Wetter. Wir können weit schauen.

 

Die Fahrt geht nach Westen. Es herrscht fast Windstille – aber wir bewegen uns Richtung Mühlacker. Richtig abgestorbene Waldstücke können wir erkennen. So groß hatten wir uns das Waldsterben nicht vorgestellt. Viele Flächen – mitten in den Wäldern. Und grau sehen sie aus. Dann fährt der Zug unter uns: von Mühlacker nach Pforzheim. Und die B 10 ist voller Autos. In der Enz spiegelt sich unser Ballon. Er ruht im Wasser als großer grauer Fleck. Dabei sind wir so schön bunt. Jan Gloß nimmt mit anderen Piloten Kontakt auf. Ja, die Sicht ist gut. In 800 m Höhe erkennen wir großräumig sämtliche Höhenzüge: Odenwald im Norden, Stromberg, Heuchelberg, die Alb, Schwarzwaldhöhen, den Pfälzer Wald. Deutlich ist in der Ferne das Kraftwerk Obrigheim zu erkennen. Auch Heilbronn scheint zum Greifen nah. Wir bekommen viel erläutert: die Baustelle Klinik in Öschelbronn, den Flugplatz in Lomersheim, den neuen großen Reiterhof im Gäu. Ruhe in der Höhe. Kein bisschen Unsicherheit – im Gegenteil – wir fühlen uns sehr wohl im Korb, als hätten wir Boden unter den Füssen. Und dann landen wir auf Ansage nahezu millimetergenau auf einem schmalen Stoppelfeld zwischen zwei Maisfeldern: im Heckengäu. Der Begleitwagen ist schon da. Das Zusammenfalten des Ballons erledigen wir gemeinsam in wenigen Minuten. Dann kommt das Wichtigste zum Schluss: wir werden vom Chef Jan Gloß selbst mit Sekt „getauft“:  Geerten, die genießende Ballongräfin von den Pinacher Maisfeldern. Und: Jens Graf von den sanften Kieselbronner Winden.

Danke Andre Schöttle dafür, dass die OG Pforzheim der Naturfreunde uns dieses schöne Geschenk für mein 33- jähriges Wirken als erster Vorstand unserer OG gemacht hat.